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Briefgeheimnisse

Einmal quer durch Europa und weiter

Ich war beglückt und beseligt, von allem, was ich sah, ich konnte gar nicht genug bekommen von dieser Landschaft. Und ich wäre auf Verlangen jederzeit bereit gewesen, dem lieben Gott dankbar zu sein. (Friedrich Torberg)

Lesen wir heute Friedrich Torbergs Begeisterung über die prächtige Naturkulisse des Salzkammerguts, spüren wir, wie erfüllt er von diesem, wie er es später nannte „Erweckungserlebnis“ war.

Briefe spiegeln in einer sehr persönlichen Art und Weise das Leben der Zeit, der Region und ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung wider. Im Rahmen des Kulturhauptstadt-Projekts Briefgeheimnisse interaktiv haben wir dazu eingeladen, Briefe aus dem eigenen Umfeld, dem Familien- und Freundeskreis neu zu lesen und zu teilen: „Senden Sie uns Ihre persönlichen Geschichten, Briefe Ihrer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern und lassen Sie uns gemeinsam Geschichte schreiben durch die Augen der Menschen, die wir schätzen und lieben“, startete Karin Bergmann im Frühjahr 2023 einen Aufruf an die Menschen im Salzkammergut.

Die Einladung der Festwochen, Familiengeschichte neu zu lesen, hat viele Menschen dazu bewogen, uns diese Briefe zu überlassen. So treten die ganz persönlichen Geschichten ans Licht, so werden die Schicksale hinter den Briefen neu gewürdigt. Zugleich reflektieren die zutiefst persönlichen Gedanken das Leben der Menschen in unserer Region und das Zeitgeschehen, welches das Leben dieser Menschen bestimmte.

Geschichten interagieren lassen

Diese privaten Lebenszeugnisse werden im Rahmen von zwei Lesungen mit der Korrespondenz von Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, die im Salzkammergut zu Gast waren – von Alexander von Humboldt über die kaiserliche Familie bis zu Hofmannsthal, Schnitzler, Lehár, Freud oder Torberg – in Verbindung gebracht um neue Perspektiven und Erfahrungsräume zu eröffnen:
Die einen schrieben mehrmals täglich, zum privaten, intellektuellen oder künstlerischen Austausch, die anderen vielleicht nur ein paar Mal im Leben, weil Lebens-Wichtiges zu verhandeln war oder weil es von einem neuen Leben fern der Heimat zu berichten galt.

„Uns interessieren die Geschichten hinter der Geschichte! Mithilfe dieses Projekts wollen wir mehr über den Raum zwischen Harmonie und Sommerfrische und den Lebenswelten der Menschen aus dem Salzkammergut erfahren. Auch um zu sehen, wie stark Privates und Öffentliches einander bedingen“, erläutert Karin Bergmann, Leiterin Literatur und Theater bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden.

Briefe von Eltern, Groß-/Urgroßeltern oder Freunden können – nach wie vor! – ins Festwochenbüro Gmunden (Theatergasse 10) gebracht oder an die E-Mail Adresse: briefgeheimnisse2024@festwochen-gmunden.at gesendet werden. „Ich freue mich auf viele persönliche Geschichten, die Auskunft über Neues geben oder Vergessenes über die Region erzählen“, so Claudia Kaufmann-Freßner, ehemals langjährige Dramaturgin am Wiener Burgtheater. Sie wird die eingesandten Briefe mit viel Einfühlungsvermögen zusammenführen. Prominente Schauspieler*innen lassen die gesammelten Zeitzeugnisse in einem Lesezyklus im Kulturhauptstadtjahr 2024 lebendig werden.

Fritz Karl © Dorothee Falke

19/10Briefgeheimnisse II

Lesung mit Fritz Karl, Nicole Beutler und Marie Luise Stockinger

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