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Literature / Thomas Bernhard Schwerpunkt

Thursday, 01.08.2019 / 19:30
€ 25.00 - € 15.00

Thomas Bernhard

“Ein negativer Nationaldichter?“

Programm:

Diskussion
Hermann Beil
Sepp Schellhorn
David Schalko
Krista Fleischmann

Moderation: Martin Traxl

Thomas Bernhard – zu Lebzeiten verrissen, verdammt, verteufelt, aber auch bestaunt, bewundert und bejubelt – ist in diesem Widerspruch auch 30 Jahre nach seinem Tod existent. Auf der ganzen Welt gelesen und gespielt, scheidet er in Österreich noch immer die Geister. Für die einen ist er der Nestbeschmutzer, für die anderen ein wahrer Nationaldichter, der gerade heute fehlt. Thomas Bernhard liebt Österreich – „ein so schönes Land“ – und hasst den Staat in all seinen negativen Erscheinungen.

 

 

Über Thomas Bernhard sprechen:
Hermann Beil, David Schalko, Sepp Schellhorn, Krista Fleischmann

Moderation: Martin Traxl

Info:

HERMANN BEIL, geboren in Wien am 9. August 1941, Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Musik in Mainz. 1965 Theaterbeginn als Dramaturgie Assistent für Schauspiel und Oper an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main bei Harry Buckwitz; weitere Stationen als Dramaturg in Basel (1968-1974), Stuttgart (1974-1979) und Bochum (1979-1986).

Dreizehn Jahre Arbeit am Wiener Burgtheater und somit an der „Weltkomödie Österreich“ (1986-1999). Auch Mitarbeit bei den Salzburger Festspielen in der Direktion Gerard Mortier/Peter Stein.

Seit 1999 am Berliner Ensemble. Mitglied des musikalischen Merlin Ensembles Wien. Gelegentlich Regisseur, Rezitator und Zuckerbäcker. (Initiierte das Tübinger Tortenfest am Tübinger Zimmertheater.) 1995 erhielt er zusammen mit Claus Peymann den Berliner Theaterpreis, 1996 den Deutschen Kritikerpreis.

Hermann Beil lebt z. Z. in Berlin und Tübingen. Inszenierte zuletzt am Staatstheater Karlsruhe George Taboris Theaterstück „Die Goldberg-Variationen“. Thomas Bernhard widmete 1987 Beil das Dramolett „Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese“, von Norbert Beilharz mit Peymann und Beil für den SDR aufgezeichnet. Péter Esterházy schrieb für Hermann Beil das Dramolett „Affolter, Meyer, Beil (Don Juan oder Die glückliche Familie)“, uraufgeführt im Großen Saal des Mozarteums, Salzburg 2006. Zusammen mit Claus Peymann spielte Beil bei den Wiener Festwochen 2006 Thomas Bernhards drei Dramolette „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“, eine Aufführung, die am 30. September 2006 am BE ihre Berliner Premiere hatte. Hermann Beils Buch „Theaternarren leben länger“, herausgegeben im Paul Zsolnay Verlag Wien, wird in einer erweiterten 3. Auflage Herbst 2007 erneut erscheinen.

 

DAVID SCHALKO, Regisseur und Autor, wurde 1973 geboren.
Bekannt wurde er in Österreich mit der "Sendung ohne Namen", die ab 2002 ein völlig neues Genre im Fernsehen begründete. Es folgten zahlreiche preisgekrönte Formate im Rahmen der ORF Donnerstag Nacht.

Zu seinen wichtigsten fiktionalen Filmarbeiten zählen Aufschneider mit Josef Hader, die Mockumentary Das Wunder von Wien, der Kinofilm Wie man leben soll nach einem Roman von Thomas Glavinic und die international preisgekrönte Mini-Serie Braunschlag, die in Österreich zur erfolgreichsten Serie seit 20 Jahren avancierte und u.a. mit dem „Spezialpreis der Jury“  bei der Romy Verleihung 2013 ausgezeichnet wurde.

Seine Mini-Serie Altes Geld („Die beste Serie seit Helmut Dietl“, Welt am Sonntag) erregte hohe internationale Aufmerksamkeit und wurde im Herbst 2015 erstmals ausgestrahlt. Altes Geld wurde bei der Cologne Conference 2015 prämiert sowie auch im Rahmen des 13. Sichuan TV-Festivals in Chengdu im selben Jahr.

2016 drehte er den ORF Landkrimi Höhenstrasse, der 2017 mit dem Deutschen Fernsehkrimipreis ausgezeichnet wurde.

Die mehrteilige Fernseh-Adaption von Fritz Langs Filmklassiker M – Eine Stadt sucht einen Mörder aus dem Jahr 1931 drehte er Anfang 2018 und zeichnete dabei für das Drehbuch (gemeinsam mit Evi Romen) und Regie verantwortlich.

Als Romanautor verfasste er zwei Romane im Czernin Verlag: „Frühstück in Helsinki“ (2006) und „Weisse Nacht“ (2009) sowie den Erzählband „Wir lassen uns gehen“ (2007). 2013 erschien sein Roman „Knoi“ im Jung und Jung Verlag.

Im April 2018 erschien sein aktueller Roman „Schwere Knochen“ bei Kiepenheuer & Witsch.

 

SEPP SCHELLHORN, Jahrgang 1967 ist seit 2014 NEOS Abgeordneter zum Nationalrat und Sprecher für Finanzen, Wirtschaft & Industrie, Tourismus, Kunst & Kultur und Energie Weiters ist er in seiner Heimat als Hotelier („Der Seehof“ in Goldegg) und Gastronom tätig (u.a. Restaurant M32 in Salzburg).

Er engagiert sich mit großer Leidenschaft im Kulturbereich und hier insbesondere im Bereich der Literatur. Mit dem „Sepp-Schellhorn-Stipendium“ werden seit 2011 4 mal jährlich „Artist in Residence-Stipendien“ an Autoren und Künstler vergeben. Zudem ist Schellhorn ein großer Bewunderer Thomas Bernhards und rief 2012 die alljährliche, mehrtägige Veranstaltung „Verstörungen – Ein Fest für Thomas Bernhard" ins Leben.

 

MARTIN TRAXL, Journalist, Autor, Regisseur, Moderator, seit 2007 ORF-Kulturchef im Fernsehen, Gründer und Leiter zahlreicher Radio- und TV-Formate wie Leporello, Balkan Express, Songbook, Kulturmontag, Der Geschmack Europas usw. Texte zu Kunst, Musik, Kulinarik und Literatur in verschiedenen Publikationen.

 

Dr. KRISTA FLEISCHMANN, geboren 1942 in Graz, Studium Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Universität Wien. Von 1971 bis 2OO2  Kulturredaktion Fernsehen ORF , Leiterin Ressort Literatur und Dokumentationen, Gestaltung ,Präsentation und Verantwortung für diverse Magazine.Für ihre Gespräche und Porträts mit Persönlichkeiten im In-und Ausland u.a. H.C.Artmann, Heinrich Böll,Günter Grass,Ernst Jandl ,  Günther Domenig, Walter Pichler hat sie zahlreiche Preise und Anerkennungen bekommen.Internationale Aufmerksamkeit erhielten ihre Fernsehdokumentationen über Thomas Bernhard. 1981 “Monologe auf Mallorca” und 1985 “Die Ursache bin ich selbst”. Die  Filme sowie die Gespräche in chronologischer -und aus dramaturgischen oder zeitlichen Gründen- nicht gesendeter Texte sind im Suhrkamp Verlag erschienen.

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