Pfarrkirche
Traunkirchen
Um das Jahr 1020 wurde das Kloster Traunkirchen gegründet. Die ersten Benediktinerinnen für das Frauenkloster am Traunsee kamen aus dem Salzburger Stift Nonnberg. Traunkirchen war viele Jahrhunderte das seelsorgliche Zentrum im Salzkammergut und Mutterpfarre für etliche Pfarrgemeinden bis (Bad) Aussee und Hallstatt hinein.
Ab der 1560er Jahre hielt die im Salzkammergut vorherrschende Reformation auch in das Frauenkloster Einzug. Einem zeitgenössischen Bericht zufolge empfingen die letzten fünf Nonnen die Kommunion in beiderlei Gestalt, in der Klosterschule unterrichtete man Luthers Katechismus, Pfarrer und Kaplan von Traunkirchen waren „beweibt“. Ab 1571 war für das Traunseekloster der Abt des Stiftes Kremsmünster als Administrator zuständig.
In der etwa fünfzigjährigen Administrationszeit wechselte die Verwaltung mehrmals zwischen Stift Kremsmünster, Stift Wilhering und dem Kloster Thierhaupten in Bayern. Im Jahr 1621 bewilligte der Papst die Zuteilung der Liegenschaft an die Jesuiten. Die formelle Übergabe des Klosters Traunkirchen an den Jesuitenorden geschah am 14. Februar 1622.
Zehn Jahre später, in der Nacht vor dem 10. Jänner 1632 wurden Kloster und Kirche durch ein Feuer zerstört. Nach dieser Brandkatastrophe von 1632 entstand das heutige Kirchengebäude. Der Sakralbau wurde im Stil des Barock errichtet. Die Kirchenweihe zu Ehren der Krönung Mariens erfolgte 1652. Ab 1696 entstand der Traunkirchner Kalvarienberg.
Im Jahr 1773 wurde der Jesuitenorden aufgelöst. Die Güter der Jesuitenresidenz kamen an eine „k.k. Kameraladministration der eingezogenen Jesuitengüter“. Die Ordenspriester waren ab sofort Weltpriester und dem Gmundner Stadtpfarrer unterstellt. 1778 wurde die Kirche als Pfarrkirche bestimmt und Traunkirchen damit bischöfliche Pfarre, die Wälder übernahmen die österreichischen Staatsforste. Bis 1784/85 gehörte das Gebiet zur Diözese Passau, seitdem zur Diözese Linz.
Pfarrkirche Traunkirchen
Klosterplatz 1
4801 Traunkirchen