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06/03

Den Göttern in die Seele blicken

Kategorie Literatur & Theater / Lesung mit Musik
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Freitag 19:30
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Ort Stadttheater Gmunden
Schauspielerin Mavie Hörbiger mit schulterlangem blonden Haar, trägt schwarzen Pullover, lehnt mit einer Hand an eine helle Wand.
Die Schauspielerin Verena Altenberger mit kurzen, gewellten Haaren, trägt ein schlichtes schwarzes Oberteil mit rundem Ausschnitt.
Schauspielerin Clara Frühstück sitzt barfuß auf einem schwarzen Flügelklavier, trägt dunkle Kleidung und hält die Hände an den Kopf.

Verena Altenberger | Rezitation
Mavie Hörbiger | Rezitation
Clara Frühstück | Klaviere

Den Göttern in die Seele blicken

Den Göttern in die Seele blicken

Zwei starke Stimmen, zwei starke Frauen: Verena Altenberger und Mavie Hörbiger lesen Texte über Frauen, die aufstehen, ausbrechen, Widerstand wagen. Frauen, die sich gegen die Ungeheuer in ihrem Leben stellen, sich aus erstarrten Ordnungen befreien – und sich nach nichts so sehr sehnen wie nach einer Liebe ohne Abhängigkeit, auf Augenhöhe.

Der Abend beginnt mit den kämpferischen Essays der französischen Autorin Virginie Despentes, die unerschrocken für Selbstbestimmung und das Recht auf eine selbstgewählte Männlichkeit plädiert. Es folgt Ingeborg Bachmanns „Undine geht“ – die Geschichte eines mythischen Wesens, das nach menschlicher Liebe sucht und an der Unmöglichkeit absoluter Hingabe zerbricht. Den Abschluss bilden Fragmente aus „Der Ring des Nibelungen“ in der Bearbeitung von Necati Öziri: Brünhilde, Wotans Tochter, löst sich aus göttlicher Abhängigkeit und findet ihren eigenen Weg.

Musikalisch begleitet Clara Frühstück, die mit einem Konzertflügel und einem präparierten Klavier eine Klangwelt voller Kontraste erschafft. Zwischen Technobeats und Wagner’scher Wucht entsteht ein vibrierender Sound, in dem Es-Dur – die Tonart der Göttlichkeit und Liebe – majestätisch aufstrahlt.

So wird Literatur zur Anklage, zur Sehnsucht, zur Befreiung, während die Musik den Raum weit öffnet. Ein Abend zwischen Erhabenheit und Zerbrechlichkeit, der die Seelenräume von Frauen wie Göttinnen sichtbar macht.

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