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Referenten 2022

Alfred Teischinger © privat
Georg Adam Starhemberg © Starhemberg Eferding
Dr. Erich Wiesner © Wiehag
Alexandra Gierlinger © Barbara Ziegelböck
Simon Speigner © Susi Graf
Hermann Kaufmann ©Martin Polt

Impulsreferate

Georg Adam Starhemberg: Wald & Holz: Verantwortung, Bedeutung und Chance

Erich Wiesner: Chance Holz im Zeitalter der Nachhaltigkeit

Alexandra Gierlinger: Holzbau als naheliegende Konsequenz

Simon Speigner: Philosophie des Holzes

Hermann Kaufmann: Betrachtungen zur neuen Holzarchitektur

Alfred Teischinger: Der Baustoff Holz: Potential, Stärken und Grenzen

Moderation: Günter Kaindlstorfer

Univ.Prof.i.R. Dipl.-Ing. Dr.Dr.h.c. Alfred Teischinger

Alfred Teischinger ist Professor (im Ruhestand) für Technologie des Holzes, zugeordnet dem Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe am Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik der Universität für Bodenkultur (BOKU), Wien. 

Nach dem Studium der Holzwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien und der Tätigkeit als Universitätsassistent folgte die Dissertation am Institut für Holzforschung der BOKU Wien. Anschließend wechselte Alfred Teischinger als Professor für Holztechnologie an die HTBLuVA Mödling an der Abteilung Holztechnik und übernahm gleichzeitig die  Leitung der staatlichen Versuchsanstalt (später akkreditierten Versuchsanstalt) für Holzindustrie der HTBLuVA Mödling.

2000 folgte Alfred Teischinger dem Ruf an die BOKU Wien als Universitätsprofessor für Technologie des Holzes und von 2001 bis 2015 war er zudem wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums Wood K plus. Alfred Teischinger war zu zahlreichen Gastvorlesungen an Universitäten im In- und Ausland eingeladen, war Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Gremien, wissenschaftlichen Beiräten und Jurys, sowie  Vorsitzender im Normenkomitee „Holz“ bei Austrian Standards. Zudem ist er Fellow der International Academy of Wood Science.

Alfred Teischinger hat eine Vielzahl von wissenschaftlichen und populärwissenschaftliche Publikationen im Bereich Holz und Holztechnologie verfasst, sowie mehrere Bücher und Buchbeiträge, wie „Die Chance Holz“, Holzzeit, Österreichs Wald“, „Alte Holzregeln“, „Holzbau Handbuch“, „Taschenbuch der Holztechnologie“, „Holzspektrum“. Er ist Mitherausgeber des in Kürze erscheinenden Handbuchs „Wood Science and Technology“ im Springer Verlag.

 

Dr. Erich Wiesner

Dr. Erich Wiesner wurde in Braunau geboren und hat nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Salzburg und dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Linz,  ein Studium an der Graduate School of Management der Loyola Marymount University (LMU) in Los Angeles angeschlossen.

1984 – 1990 erfolgte der Einstieg in den familieneigenen Betrieb  Wiesner-Hager KG in Altheim (Möbel; Holzbau; Platte; Hoch- Tiefbau) als Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung, seit 1990 ist er geschäftsführender Gesellschafter der WIEHAG Holding GmbH:

•            WIEHAG Timber Construction: International tätiges Holzbauunternehmen

•            WIEHAG Bau: Regional tätiger Baubetrieb

WIEHAG ist ein Pionierbetrieb und führend mit seiner Technik im Ingenieurholzbau und hat die Entwicklung des Ingenieurholzbaus und der Nachhaltigkeit wesentlich geprägt.  Derzeit entstehen auf vier Kontinenten herausragende Referenzen. 

Dr. Wiesner hat zahlreiche Funktionen in Wirtschaft und Holzindustrie inne.

1995 –  2020 war er als Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreich, Wien tätig.

Seit 2014 ist er Vice Chairman Cei Bois, Brüssel,  seit 2021 ist er Vorsitzender der Kooperationsplattform Forst - Holz – Papier (FHP), Wien.

Von 1996 – 2019 war er Vizepräsident der Industriellenvereinigung OÖ in Linz.

Seit 1999 ist er Mitglied des Bundesvorstandes der Industriellenvereinigung in Wien.

 

Georg Adam Starhemberg

Leitet den Forst-und Gutsbetrieb der Fürst Starhemberg’schen Familienstiftung.

Nach der Matura in Klagenfurt (1980) folgte ein Jus-Studium in Salzburg mit rechtshistorischer (1982)und judizieller (1985) Staatsprüfung, ohne Abschluss des staatswissenschaftlichen Prüfungsteils.

Georg Adam  Starhemberg absolvierte zahlreiche Universitätslehrgänge für Werbung und Verkauf, sowie für Exportkaufleute in Wien und eine Spanisch-Ausbildung in Madrid bzw. Santander.

Es folgten weitere Praktika unter anderem 1984 bei CA-BV in New York sowie 1985 – 1988 bei Micro Age Computer Centers in München und  1988 – 1997 bei Agesta S.A. (Madrid) in Vermögensverwaltung. 1992 erfolgte ein halbjähriger dienstlicher Aufenthalt in Südamerika und seit 1992 die Leitung der Fürst Starhemberg’schen Familienstiftung.

Seit 2000 Verwaltung einer kleinen Orangen- bzw. Avocadofarm in Andalusien und eines Milch- bzw. Viehmastbetriebes in der Provinz Buenos Aires.

Georg Adam Starhemberg ist seit 2005 im Aufsichtsrat der OÖ Sparkasse und seit 2006 Obmann von proHolz OÖ.

2006-2011 war er Obmann des Vereins Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim.

Von 2009-2014 war Georg Adam Starhemberg Stiftungsrat bei Siemens in Deutschland und seit 2010 ist er als Vertrauensperson von Kardinal Schönborn Vorsitzender  des Chancellor’s Council – der Hochschule ITI in Trumau. 

2012-2015 war er im OMV - Advisory Board und seit 2014 ist er Vorstandsmitglied bei Freunden der Caritas OÖ.

Seit 2015 ist er im Aufsichtsrat bei Felbermayr tätig und darüber hinaus seit vielen Jahren vereinzelt auch als Vertrauensperson in Privatstiftungen.

 

Arch.DI Alexandra Gierlinger

DI (FH) Alexandra Gierlinger, aufgewachsen in Altheim im Innviertel, studierte an der FH Rosenheim Innenarchitektur und startete ihre Karriere in München und Salzburg.

Derzeit leitet sie in Ried im Innkreis als Projektverantwortliche im Büro Matulik den Neubau der „Team 7 Welt“.

Ihr Tätigkeitsbereich beinhaltet die Projektleitung Hochbau und den Bereich Interior Design.

Dazu zählen die Errichtung privater Wohnhäuser ebenso wie gewerbliche Um- und Zubauten. 2018 wurde sie für die Gestaltung des Private Banking-Bereichs der Raiffeisenbank Ried mit dem „Austrian Interior Design Award“ ausgezeichnet.

Ihr aktuell größtes Bauvorhaben - die „Team 7 Welt“ - umfasst einen 4-geschossigen Gebäudekomplex mit 6.500 m2 Grundfläche. Dass dieser in Holzskelettbauweise ausgeführt werden würde, war keine Bauherrn-Vorgabe, sondern hat sich erst im Zuge der Planung als „naheliegend“ erwiesen.

In einem Architekturbüro, das in dieser Dimension über keine Holzbau-Erfahrung verfügt, waren es vor allem die Faszination Holz und regelmäßige Exkursionen, u.a. in das Vorzeige-Land Vorarlberg, die Alexandra Gierlinger zu diesem Schritt ermutigten.

Es sind hohe Anforderungen an eine ganzheitliche Konzeption, die einem der Holzbau abverlangt. Es gilt, jenem Baustoff gerecht zu werden, der seit Jahrtausenden verwendet wird und der es dennoch geschafft hat, bis in die Architektur des 21. Jahrhunderts „modern“ zu bleiben.

 

Arch. DI Simon Speigner

Simon Speigner hat nach dem Studium der Architektur an der TU Graz und TU Wien sein eigenes Architekturbüro und ist als freischaffender Architekt und Gründer und Geschäftsführer der sps Architekten zt gmbh mit Sitz in Thalgau bei Salzburg tätig.

Er ist national und international als Vortragender tätig, Zudem ist er seit vielen Jahren als Lehr­beauftragter (Fachhochschule Salzburg, Kunst­universität Linz – Überholzlehrgang), Gutachter und Sachverständiger, sowie im Dienste der Baukultur und deren Vermittlung aktiv, u. a. langjähriges Vorstandsmitglied der Initiative Architektur Salzburg, mehrere Jahre Vorsitzender des Fach­beirates Architektur Landeskulturbeirat Salzburg).

Architekt Speigner hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen, die sein innovatives und nachhaltiges Bauen würdigen, u. a. mehrere Holzbaupreise, der Landesarchitekturpreis des Landes Steiermark und zweimal die österreichischen Staatspreise für Consulting, Architektur und Nachhaltigkeit.

Bei einer Vielzahl von nationalen und internationalen Ausstellungen wurden die realisierten Projekte der breiten Öffentlichkeit präsentiert, so etwa bei der Triennale di Milano, in Yeosu in Südkorea, Gropius Bau in Berlin, Alpines Museum der Schweiz in Bern und Ausstellung Holzbau in Salzburg.

Meilensteine des bisherigen Werkes sind u. a. das Passivwohnhaus oh123, Thalgau, der Modellwohnbau Samer Mösl Salzburg, zum Fertigungszeitpunkt 2006 der größte Holzgeschosswohnungsbau in Passivhausweise in Österreich, sowie zahlreiche kommunale und gewerbliche Projekte in Holzmodulbauweise. 

Sein Büro zählt zu den führenden Architekturbüros für nachhaltiges Bauen.

 

Univ. Prof. Arch. DI Hermann Kaufmann

Hermann Kaufmann wurde 1955 in Reuthe im Bregenzer­wald geboren. Für den Sohn einer alteingesessenen Zimmer­mannsfamilie war die Mithilfe im elterlichen Betrieb eine Selbst­verständ­lichkeit. In den Werkstätten und auf der Baustelle lernte er die Möglichkeiten und Einsatz­bereiche des Baustoffes Holz kennen und entwickelte eine Art des hand­werklichen Denkens, die seine Arbeit als Architekt wesentlich prägen sollte.

Seine Entscheidung Architektur zu studieren, wurde von seinem Onkel Leopold Kaufmann unterstützt, der als bedeutender Protagonist des Vorarlberger Architekturdiskurses und Vordenker auf dem Gebiet des Holzbaus gilt. Bei ihm erlernte er als Praktikant die Grundlagen und das Handwerkszeug des Berufes. Das Studium absolvierte er schließlich an der Universität Innsbruck und an der Technischen Universität Wien, wo er entscheidend von seinem Lehrer Prof. Ernst Hiesmayr geprägt wurde. Nach zweijähriger Mitarbeit in dessen Atelier gründete er 1983 in Gemeinschaft mit Christian Lenz ein eigenes Architektur­büro in Schwarzach.

Seine Haltung als Architekt ist geprägt von den Ideen der klassischen Moderne im Rahmen einer profunden Auseinandersetzung mit dem gebauten Kontext. Zentrale Themen seiner Arbeiten sind das Ausloten der Möglichkeiten des modernen Holzbaus wie auch die Suche nach umfassenden Antworten im Bereich der Nachhaltigkeit des Bauens. Zahlreiche Werkshallen für Zimmereien und andere Gewerbebauten zeugen von seinen zielgerichteten Entwurfs­konzepten für Holztragwerke, die architektonisch verfeinert, ebenso wirksam für Gemeindesäle oder Sporthallen sind. Neben vielen Einfamilien­häusern ergänzen zurückhaltende Erneuerungen alter Bausubstanz in empfindlichen Dorfstrukturen die Werkliste und belegen sein Engagement im Umgang mit traditioneller Baukultur und Landschaft. Die Thematik von Wohnbauten in Holz entwickelte sich zu einer Hauptaufgabe, insbesondere im Zusammenhang mit Fragen der Nachhaltigkeit und Energie, ebenso wie Schulgebäude und Bauwerke für die Öffentlichkeit. Seine Lehrtätigkeit begann im Wintersemester 1995/96 als Gastdozent Liechtensteinischen Ingenieurschule. Es folgten Gastprofessuren an der TU Graz und der Universität Ljubljana. Im April 2002 wurde er als Universitätsprofessor an die Architekturfakultät der TU München berufen und leitete dort die Professur für Holzbau und Entwerfen bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2021.

 

Moderation

Dr. Günter Kaindlstorfer

Günter Kaindlstorfer ist Literaturkritiker, Fernseh­moderator, Schriftsteller und Journalist. Er begann seine journalistische Laufbahn 1984 bei der Wiener Zeitung. Ab 1985 leitete er das Wochenend-Feuilleton der Arbeiter-Zeitung (AZ). Nach der Einstellung der AZ 1991 wechselte er in die Wochenendbeilage Spectrum der Tageszeitung Die Presse. 1992 wurde er Kulturredakteur des Hörfunkprogramms Österreich 1 (Ö1). Daneben begann er 1999 auch für das ORF-Fernsehen zu arbeiten.

Günter Kaindlstorfer war viele Jahre lang als Beitragsgestalter für die Nachrichtensendung Zeit im Bild, die TV-Magazine Kulturzeit (3sat) und Treffpunkt Kultur (ORF) sowie als Moderator der Fernsehsendung Kreuz und Quer (ORF 2) tätig.

Darüber hinaus war er Initiator der ORF-Bestenliste. Neben seiner Tätigkeit als Kultur- und Wissenschaftsjournalist für den ORF ist er auch als Kulturkorrespondent für den Deutschlandfunk, den BR, den SWR, den WDR und das Schweizer Radio SRF tätig. Zwischen 2008 und 2011 war er außerdem offizieller Stadionsprecher der österreichischen Schriftsteller-Fußball-Nationalmannschaft.

Seit 2010 ist Kaindlstorfer unter dem Pseudonym Günter Wels als Schriftsteller tätig. Sein Roman Edelweiß rangierte im Dezember 2018 auf Platz 2 der ORF-Bestenliste. Der Roman wurde überdies für den Literaturpreis der Europäischen Union nominiert. Seit 2011 ist er Programmchef der Buchmesse Buch Wien.