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Literatur / Lesung mit Musik

Dienstag, 24.07.2018 / 19:30

Andrea Eckert, Hermann Beil und Merlin Ensemble Wien

"Ich will vom Leiden endlich alles wissen!" Eine poetische Sonate in vier Sätzen

Künstler

Andrea Eckert und Hermann Beil - Rezitation
Merlin Ensemble Wien
Martin Walch - Violine & Leitung
Luis Zorita - Violoncello
Till Alexander Körber - Klavier

Konzept: Till Alexander Körber
Szenische Einrichtung: Hermann Beil


Mit freundlicher Unterstützung der Hans Schmid Privatstiftung
und der Thomas Bernhard Privatstiftung

Programm

 „Ich will vom Leiden endlich alles wissen!“ Das Merlin Ensemble Wien, Andrea Eckert und Hermann Beil spüren der genialen Dichterin Christine Lavant nach, die um ihr Leben schrieb. Mit Werken von Gerhard Lampersberg, an dessen Tonhof in Maria Saal sie viele Jahre zu Hause war. Umrahmt von Musik von Marin Marais und Franz Liszt.

Christine Lavant (1915-1973)
Gedichte
Briefe
Prosa: aus den Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

Kammermusik für Violine, Violoncello und Klavier
Gerhard Lampersberg (1928-2002)

Marin Marais und Franz Liszt
(bearbeitet für Violine und Violoncello von T. A. Körber)

I. Moderato

Christine Lavant
Beschwörung
Einmal wird kommen die Nacht
Lieber Gerhard!, 5. Juli 1958
Erde, wenn du zwei Lippen hättest
Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus

Marin Marais (1656 – 1728)
Prélude
Gerhard Lampersberg (1928 – 2002)
7 leichte stücke für klavier I; betrübnis und
beschwingtheit I, II; 3 stücke I; betrübnis
und beschwingtheit III

II. Scherzo

Christine Lavant
Liebes Gerhardli!, 16. Dez. 1961
Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus
Vision
Die Feuerprobe hab ich hinter mir
Wie pünktlich die Verzweiflung ist
Mit dir verliere ich mein letztes Lied!
Gegrüßet seist du, Königin
Fragt nicht, was die Nacht durchschneidet

Marin Marais
Prélude
Gerhard Lampersberg
7 leichte stücke IV; betrübnis und
beschwingtheit IV; 4 stücke I, II, III

III. Adagio

Christine Lavant

Hören, hören! – O du mein Gott –
Wind weht vorbei, der Mond schaut fort
Mir ist es oft
Jesus Christus, ich bete und bete
Ich möchte beten, Vater, du weißt es.
Reicht euer Schweigen
Erlaube mir traurig zu sein
Das war mein Leben, Gott, vergiß das nicht!
Lieber Gerhard!, 17. Okt. 1962

Marin Marais

Prélude
Gerhard Lampersberg
2x3 fantasien I, III, II
Franz Liszt (1811-1886) Station VI aus der
Via Crucis (nach Hans Leo Ha?ler)
O Haupt, voll Blut und Wunden
Gerhard Lampersberg
2x3 fantasienIV; VI; 7 leichte stücke V

IV. Finale. Allegro

Christine Lavant

Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus
Alles geht vorbei…
Liebe Maja und Gerhard!, 22. Nov. 1971
Ich steig aus der Gebrechlichkeit
Das Ende wird einst dir gehören
Ich will vomLeiden endlich alles wissen!

Marin Marais
Prélude
Gerhard Lampersberg
3 stücke III; 7 leichte stücke; betrübnis und
beschwingtheit IV; 3 stücke II; betrübnis
und beschwingtheit III

Quellen: Christine Lavant: Zu Lebzeiten veröffentlichte Gedichte, herausgegeben von Doris Moser und Fabjan Hafner, Wallstein Verlag, Göttingen 2014. Christine Lavant: Briefe an Maja und Gerhard Lampersberg, herausgegeben von Fabjan Hafner und Arno Rußegger, Otto Müller Verlag, Salzburg/Wien 2003. Christine Lavant: Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus, herausgegeben von Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider, Otto Müller Verlag, Salzburg/Wien 2001. Werke von Gerhard Lampersberg; Manuskript, Rechte bei Alexander Doent, Marias und Liszt: Manuskript, Rechte beim Bearbeiter.

Eine Produktion für den Carinthischen Sommer 2015

Andrea Eckert, geboren in Baden, nach dem Abitur und einem Literaturstudium in Paris Ausbildung bei der legendären Dorothea Neff; Engagements am Kornmarkttheater Bregenz, dem Linzer Landestheater, am Schauspielhaus Wien, dem Frankfurter Schauspielhaus, dem Wiener Burgtheater, dem Volkstheater Wien und dem Theater in der Josefstadt. 1991 gelang es ihr, sich mit Judith von Friedrich Hebbel am Wiener Volkstheater als Protagonistin der Wiener Theaterszene zu etablieren. Seitdem spielte sie u.a. die Hauptrollen in Maria Stuart von Friedrich Schiller, Clara S. von Elfriede Jelinek, Anna Galactia von Howard Barker, Elektra von Sophokles, Der Gute Mensch von Sezuan von Bert Brecht, Groß und Klein von Botho Strauß, Eisen von Rona Munro, Penthesilea von Heinrich von Kleist. Als Maria Callas in dem Stück Meisterklasse von Terence Mc Nally wurde sie zum Publikumsmagneten Wiens. Über 170.000 Besucher sahen diese 11 Jahre auf dem Spielplan des Wiener Volkstheaters befindliche Aufführung. Sie wurde für ihre Performance mit der Kainz Medaille und dem Karl Skraup Preis ausgezeichnet. 2011 spielte sie erfolgreich die Rolle der Dorothea Neff in der Uraufführung des Stückes Du bleibst bei mir von Felix Mitterer und wurde für den Nestroy nominiert. 2012 gewann sie für ihre Darstellung der erblindeten Schauspielerin den Dorothea-Neff-Preis für die beste schauspielerische Leistung und den Preis für den Publikumsliebling. In der Saison 2012/2013 spielte sie am Wiener Volkstheater die Sängerin Greta Keller in dem Stück Bon Voyage von Rupert Henning und wurde dafür für den Nestroy nominiert. In der Saison 2013/2014 war sie am Volkstheater als Königin Elisabeth in Maria Stuart zu sehen. 2015 spielte sie die Frau in Gift von Lot Vekemans.

Hermann Beil, geboren 1941 in Wien, Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Musik in Mainz. 1965 Theaterbeginn als Dramaturgieassistent für Schauspiel und Oper an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main bei Harry Buckwitz; weitere Stationen als Dramaturg in Basel (1968-1974), Stuttgart (1974-1979) und Bochum (1979-1986). Dreizehn Jahre Arbeit am Wiener Burgtheater und somit an der „Weltkomödie Österreich“ (1986-1999). Auch Mitarbeit bei den Salzburger Festspielen in der Direktion Gerard Mortier/Peter Stein. Seit 1999 am Berliner Ensemble. Mitglied des musikalischen Merlin Ensembles Wien. Gelegentlich Regisseur, Rezitator und Zuckerbäcker. (Initiierte das Tübinger Tortenfest am Tübinger Zimmertheater.) 1995 erhielt er zusammen mit Claus Peymann den Berliner Theaterpreis, 1996 den Deutschen Kritikerpreis. Hermann Beil lebt z. Z. in Berlin und Tübingen. Inszenierte zuletzt am Staatstheater Karlsruhe George Taboris Theaterstück Die Goldberg-Variationen. Thomas Bernhard widmete 1987 Beil das Dramolett Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese, von Norbert Beilharz mit Peymann und Beil für den SDR aufgezeichnet. Péter Esterházy schrieb für Hermann Beil das Dramolett Affolter, Meyer, Beil (Don Juan oder Die glückliche Familie), uraufgeführt im Großen Saal des Mozarteums, Salzburg 2006. Zusammen mit Claus Peymann spielte Beil bei den Wiener Festwochen 2006 Thomas Bernhards drei Dramolette Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen, eine Aufführung, die am 30. September 2006 am BE ihre Berliner Premiere hatte. Hermann Beils Buch Theaternarren leben länger, herausgegeben im Paul Zsolnay Verlag Wien, wird in einer erweiterten 3. Auflage Herbst 2007 erneut erscheinen.

Das Merlin Ensemble Wien wurde 1991 u.a. von Mitgliedern des Chamber Orchestra of Europe zunächst als Oktett gegründet. Später wurde der Kreis der MitspielerInnen erweitert, so dass das Ensemble in variablen Besetzungen auftreten kann. Das Kammermusikrepertoire spannt sich in unterschiedlichen Formationen und ausgefallenen Bearbeitungen von Vivaldis Jahreszeiten über Mozarts Lodronische Nachtmusiken bis Schoenbergs Verklärter Nacht. Auch für zeitgenössische Kammermusik hat sich das Merlin Ensemble Wien einen Namen gemacht, was sich ebenfalls in der Zusammenarbeit mit KomponistInnen wie Sofia Gubaidulina, Friedrich Cerha und Christian Muthspiel zeigt. Konzerte im Musikverein und Konzerthaus Wien, Burgtheater und Arnold Schönberg Center, Stephaniensaal Graz, bei Veranstaltern wie Teatro Fenice, Teatro Comunale Bologna, Ferarra Musica, Oper Leipzig, NDR Hannover, Schauspielhaus Hamburg, Brucknerhaus Linz, Berliner Ensemble, Paul Klee Museum Bern, Gare du Nord Basel, Philharmonie Zagreb, den österreichischen Kulturforen in New York und Washington und der Morgan Library in New York, festigen den internationalen Ruf des Ensembles. Das Merlin Ensemble Wien ist ebenfalls regelmäßiger Gast bei Festivals wie Salzburger Festspiele, Luzern Festival, Ittinger Meisterkonzerte, Beethovenfest Bonn, Schubertiade Feldkirch, Festival Retz, Grafenegg, Allegro Vivo Festival, Carinthischer Sommer, Musikfest Bremen, Maifestspiele Wiesbaden, Ludwigsburger Schloss Festspiele, Festwochen Gmunden, Musikverein Graz. Regelmäßig tritt das Ensemble auch im großen Sendesaal des Funkhauses des ORF auf und hat dort für das Label ORF viele CD’s produziert. Seit 2015 ist das Merlin Ensemble Wien „Ensemble in Residence“ bei den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden. Durch die Zusammenarbeit mit Schauspielern wie Ulrich Matthes, Peter Matic, Martin Schwab, Lore Brunner, Manfred Karge, Andrea Eckert, Johanna Wokalek Karl Markovics und Sylvie Rohrer, vor allem aber mit Hermann Beil, konnten größere musikdramatische Projekte entwickelt werden.

Till Alexander Körber wurde in Tübingen geboren. Ab 1986 studierte er an der Musikhochschule in Freiburg/Breisgau Klavier, Liedbegleitung und Chordirigieren; von 1990 bis 1995 war er Schüler von Hans Petermandl an der Wiener Musikhochschule. Konzerte als Solist, auch mit Orchester, als Liedbegleiter und Kammermusiker, vor allem in enger Zusammenarbeit mit dem Geiger Martin Walch, sowie Runfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen führten ihn durch Europa, sowie nach Afrika, Asien und in die USA. Er spielte Beethovens Tripelkonzert unter Sir Neville Marriner, etliche Uraufführungen und arbeitete mit vielen Komponisten zusammen. Körber ist Mitglied im Merlin Ensemble Wien. Im Jahr 2003 erhielt Till Alexander Körber das Österreichische Staatsstipendium für Komponisten, 2008 den Landeskulturpreis für Musik Oberösterreich. Seine Werkliste reicht von Liedern über Kammermusik bis zur Symphonie und zum abendfüllenden Oratorium. Von 1994 bis 2003 unterrichtete Till Alexander Körber an der Musikuniversität Graz zeitgenössische Klaviermusik und gab oftmals masterclasses am Lysenko-Konservatorium Lemberg, Ukraine. Er leitet eine Klasse für Klavier und Klavierkammermusik an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz.

Martin Walch wurde in Innsbruck geboren, er studierte bei Sándor Végh und Michael Schnitzler Violine und besuchte Meisterkurse bei Yehudi Menuhin und Nathan Milstein. Martin Walch ist Leiter des Merlin Ensembles Wien und Mitglied des Chamber Orchestra of Europe. Er war Kammermusikpartner von Natalia Gutmann, Alexander Rabinowitch und Julian Rachlin und spielte Recitals mit dem Pianisten Till A. Körber und gestaltete musikdramatische Projekte mit Hermann Beil. Solo- und Kammermusikkonzerte in allen großen europäischen Konzertsälen und Festivals: Luzern Festival, Salzburger Festspiele, Beethovenfest Bonn , Klangbogen Wien, Brucknerhaus Linz, Burgtheater Wien, Osterfestspiele Innsbruck, Tonhalle Düsseldorf, Berliner Philharmonie, Schubertiade Feldkirch, Lockenhaus Festival, Ferrara Musica, Teatro Fenice Venedig, Teatro Comunale Bologna, St. Moritz Festival, Thessaloniki Festival, Carinthischer Sommer, Schauspielhaus Bochum, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Musikfest Bremen, Internationale Maifestspiele Wiesbaden, Musikverein Wien. Konzerte im Rahmen der COE Kammermusikkonzerte in Berlin und Ferrara. Solist mit dem Sofia Philharmonic Orchestra, Chamber Orchestra of Europe, Uraufführung des Violinkonzertes von Till A. Körber, Beethovens Tripelkonzert unter Sir Neville Mariner. Meisterkurse u.a. an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, am Mozarteum Salzburg, am Lysenko-Konservatorium Lemberg, Ukraine und der Musikakademie Sofia.

Luis Zorita, geboren in Leon (Spanien), Studium in Oviedo, Chicago, schließlich bei Rudolf Leopold in Graz. Luis Zorita war Solocellist des Orquestra de Cadaqués, Gast-Solocellist des Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchesters und des Wiener Kammerorchesters und ist Gastmusiker des Chamber Orchestra of Europe, des Super World Orchestra und des Mahler Chamber Orchestra und Cellist des „Merlin-Ensembles Wien“ bzw. Gast Solocellist des Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und der Camerata Salzburg.  Auftritte und Einladungen zu namhaften Festivals in ganz Europa, Südamerika, Asien und den USA. Als Solist Auftritte mit zahlreichen grossen Orchestern in allen wichtigen Kulturzentren Spaniens, aber auch in Chicago, London, Ljubljana, Zagreb, Graz und Wien - u.a. mit Cellokonzerten von Haydn, Elgar, Saint- Sæns, Lalo, Rodrigo, dem Brahms-Doppelkonzert und dem Tripelkonzert von Beethoven unter Sir Neville Marriner. CD-Aufnahmen mit Sonatenprogrammen und Solokonzerten. Luis Zorita gibt verschiedene Meisterkurse in Spanien und unterrichtet regelmäßig das Südtiroler Jugendorchester. Dazu spielt er  regelmäßig mit dem Pianisten Eduard Kutrowatz und Alejandro Picó Leonís Sonatenabende in ganz Europa. Luis Zorita spielt ein Cello von Giovanni Baptista Roggeri in 1675 gebaut.


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