MENU

Konzert / Lesung mit Musik

Sonntag, 15.04.2018 / 19:30

Elisabeth Orth, Cornelius Obonya, Friedrich Kleinhapl & Andreas Woyke

"About Brahms - Fragen sie nicht so dumm!"

Künstler

Elisabeth Orth und Cornelius Obonya lesen einen Dialog zwischen Johannes Brahms und seiner Haushälterin Frau Truxa

Friedrich Kleinhapl (Cello) und Andreas Woyke (Klavier) spielen Werke von Johannes Brahms

Heidrun Maya Hagn -  Text, Dramaturgie

Programm

Als eine Verehrerin den Meister fragt: „Denken sie immer lange nach, bevor sie komponieren?“ erwidert er: „Gnädigste, denken sie immer lange nach, bevor sie fragen?“ Ebenso bärbeißig fertigt er eine ganze Gesellschaft ab: „Und sollte ich vergessen haben, jemanden zu beschimpfen, dann bitte ich um Verzeihung!“ Aber woher kommt dann die leuchtende Kraft in seiner Musik, die sensible Tiefe?

Wir suchen und finden jemanden, den man befragen kann: Frau Truxa, seine Haushälterin. Sie hat ihn Jahre lang umsorgt, seine Gefühle, Freuden und Ängste unmittelbarer erlebt als jeder andere. Und es ist höchst amüsant, wenn sie aus diesem Leben mit Brahms zu erzählen beginnt. - Johannes Brahms und Frau Truxa unterhalten sich in diesem Dialog über ihr „gemeinsames“ Leben, die zahllosen Erlebnisse, die sie miteinander verbinden. Schritt für Schritt kommt man so dem Menschen Brahms immer näher. Seine Musik ist ja ohnehin ein einziges Wunder.

Für Interessierte: Um 18:00 Uhr findet eine Führung durch das Brahmsmuseum in den K-Hof Kammerhof Museen Gmunden, Kammerhofgasse 8, 4810 Gmunden statt. Eintritt: € 6,-.

 

 

Elisabeth Orth wurde 1936 in Wien geboren. Tochter der Schauspieler Paula Wessely und Attila Hörbiger. Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Erste Engagements führten sie nach Ulm und an das Bayrische Staatsschauspiel in München. 1965 debütierte sie am Burgtheater und ist dem Haus seitdem eng verbunden. Ihre Regisseure waren u.a. Leopold Lindtberg, Dieter Dorn, Adolf Dresen, Erwin Axer, Peter Zadek, Martin Kušej und Andrea Breth, in deren vielbeachteten Inszenierungen sie seit 1999 regelmäßig mitwirkt.  Bereits ab 1969 gastierte Elisabeth Orth immer wieder bei den Salzburger Festspielen, 1995-1999 spielte sie an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Zudem arbeitet sie bei zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, von 1985 bis 1994 präsentierte Elisabeth Orth die ORF-Sendung Schatzhaus Österreich. Von 1979 bis 2000 war sie als Kolumnistin der Wochenzeitung „Die Furche“ tätig. Die couragierte und politisch engagierte Schauspielerin setzt sich in der Öffentlichkeit immer wieder gegen Ausländerfeindlichkeit ein und ist Präsidentin der Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich. Kammerschauspielerin Elisabeth Orth - Trägerin der Kainz-Medaille, des Grillparzer Rings und des Liselotte Schreiner Rings - erhielt nicht nur zahlreiche wichtige künstlerische Auszeichnungen, sondern im Jahr 2009 auch das Bundes-Ehrenzeichen für Toleranz und Menschenrechte. Am 31. Oktober 2014 erhielt sie die Ehrenmitgliedschaft des Burgtheaters, seit Februar 2015 ist sie Doyenne des Hauses. Elisabeth Orth ist derzeit in „Der Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap und in „paradies fluten“ von Thomas Köck auf den Bühnen des Burgtheaters zu sehen.

Cornelius Obonya
wurde am 29. März 1969 in Wien, Österreich geboren. Seine Eltern sind Elisabeth Orth-Obonya und Hanns Obonya (gest. 1978), seine Großeltern mütterlicherseits waren Paula Wessely und Attila Hörbiger, väterlicherseits Marianne und Alois Obonya. Die Volksschule absolvierte er in Wien, Hietzing und das Gymnasium im Schottenstift, im Kollegium Kalksburg und im BORG III. Nach erreichen der "Mittleren Reife" ging er mit 17 Jahren ans Max-Reinhardt-Seminar um Schauspiel zu studieren, verließ es aber nach einem Jahr und lernte bei dem Kabarettisten Gerhard Bronner. Bronner gehörte zu den wichtigen Begegnungen in seinem Beruf ebenso wie Emmy Werner, die ehemalige Direktorin des Volkstheater Wien und Andrea Breth, mit der er viele Jahre an der Schaubühne Berlin und auch am Burgtheater Wien gearbeitet hat. Cornelius Obonya ist verheiratet mit der Regiesseurin Carolin Pienkos und Vater des gemeinsamen Sohnes Attila.

Über den österreichischen Cellisten Friedrich Kleinhapl schwärmt die New York Times („Mit überschwänglicher Verve entlockte Friedrich Kleinhapl seinem Instrument Töne von berückend schöner Kantabilität, die den sorgsam geführten Linien eines Sängers glichen.“ – Steve Smith) ebenso wie Valery Gergiev („Friedrich Kleinhapl ist einer der viel versprechendsten Musiker einer neuen, jüngeren Generation.“) oder die russische Komponistin Sofia Gubaidulina („Ich erlebte eine außergewöhnlich tiefe Eindringung in den inneren Gehalt des Werkes… Perfektion und Künstlertum, Sinn und Wille – all dies offenbarte sich in einem einzigen, wahrhaft schöpferischen Akt. Ein unvergessliches Erlebnis!“ – zu ihrem Sonnengesang). Friedrich Kleinhapl lässt mit seiner Expressivität beim Spielen die Funken sprühen, höchst leidenschaftlich und höchst individuell. Sein Klang und sein Stil sind unverwechselbar, kompromisslos risikobereit, um Musik in jedem Moment neu entstehen zu lassen. Friedrich Kleinhapl gastiert in vielen großen Konzerthäusern von Nord- und Südamerika bis China und Japan. Von der Wigmore Hall in London, der Town Hall in New York und dem Kennedy Center in Washington, dem Gewandhaus Leipzig, dem Konzerthaus Berlin bis zum Wiener Musikverein und dem Oriental Art Centre in Shanghai. Er spielte mit zahlreichen renommierten Dirigenten wie Valery Gergiev oder Fabio Luisi, und  Orchestern wie dem Mariinsky Orchester oder dem Simon Bolivar Youth Orchestra. Seine besondere Ausdruckskraft und Virtuosität wird von vielen prominenten Künstlern geschätzt. Claudio Abbado, Lord Yehudi Menuhin, Paul Tortelier und Tibor Varga unterstützten ihn auf seinem außergewöhnlichen Weg. Friedrich Kleinhapl engagiert sich intensiv für ungewöhnliche neue Projekte und Ideen. Gemeinsam mit seiner Frau Heidrun Maya Hagn-Kleinhapl und seinem langjährigen Duopartner Andreas Woyke gründete er beispielsweise 2015 den Verein „Get a Hearing - association of artists supporting children with hearing loss“, mit dem bisher über 20 Kinder mit kostspieligen Hörhilfen unterstützt werden konnten. Viele seiner zahlreichen CD Einspielungen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Friedrich Kleinhapl spielt das Cello „ex von Zweygberg“ von Giovanni Battista Guadagnini, Piacenza 1743 aus der „Sammlung wertvoller Streichinstrumente“ der Österreichischen Nationalbank. 

Das intensive Forschen, die ständige Suche nach neuen und unkonventionellen Wegen in der Musik bestimmt den künstlerischen Lebensweg des deutschen Pianisten Andreas Woyke. Seine Ausbildung ist von unterschiedlichen internationalen Einflüssen geprägt - der Argentinier Aldo Antognazzi  unterrichtete ihn ebenso wie die russischen Pianisten Pavel Gililov und Rudolf Kehrer. Während dieser Zeit hat er etliche renommierte internationale Preise gewonnen. Andreas Woyke konzertiert auf der ganzen Welt, u.a.: Musikverein und Konzerthaus Wien, Townhall New York, Kennedy Center Washington D.C., Sala São Paulo, Philharmonie im Gasteig München,  Philharmonie Köln, Tonhalle Düsseldorf, Beethovenhaus Bonn, Radiohuset Stockholm, Tschaikowsky-Konservatorium Moskau, Grosser Rundfunksaal  Bukarest, South Africa State Theatre Pretoria, Ductac Centrepoint Theatre Dubai, Oriental Arts Centre Shanghai). Seine Zusammenarbeit mit namhaften KünstlerInnen wie der Kammersängerin Christa Ludwig, den Schauspielern Julia Stemberger und Wolfram Berger oder dem Schriftsteller Michael Krüger haben Andreas Woykes Lebensweg ebenso stark geprägt wie seine gemeinsame Arbeit mit Dirigenten wie João  Carlos Martins, Kazushi Ono, Heribert Beissel, Gerard Korsten, Pál Molnár, Rolf Agop, Volker Wangenheim u.v.a. Für Andreas Woyke ist Improvisation ein  bedeutender Teil seines Musiklebens. Auf seiner Solo-CD Braiding Bach (Ars, 2008) hat er Klavierwerke von J. S. Bach mit eigenen Kompositionen verflochten. Auch sein für die Kulturhauptstadt Graz 2003  komponiertes Werk Acconci Island verbindet Konzept mit improvisatorischer Freiheit, ebenso wie seine 2003 gegründete Fusion-Jazz-Band „D’yamba“.
Mit dem amerikanischen Maler Peter Wm. Gray bringt er regelmäßig improvisierte Live-Painting-Acts auf die Bühne, zu denen er frei improvisiert. Stilrichtungen wie Rock, Jazz-Rock, Funk, Soul, Ethno oder House steht Andreas Woyke ebenso offen gegenüber wie den klassischen Richtungen und Alter Musik. In Soloabenden verbindet er Klassik durch Improvisation mit Jazz und eigenen Kompositionen.
Kammermusik und Liedbegleitung ist fester Bestandteil von  Andreas Woykes Tätigkeit. Seit 2003 arbeitet er als ständiger Duopartner mit dem Grazer Cellisten Friedrich Kleinhapl  zusammen, mit dem er ebenfalls weltweit konzertiert. 2010 debütierte das Duo mit fulminantem Erfolg in der New Yorker Townhall. Andreas Woyke lebt als freischaffender Pianist in Graz und unterrichtet zudem an der dortigen Kunstuniversität Klavier und Kammermusik. Er gibt Meisterkurse auf der ganzen Welt.

ANFAHRT

Die nächsten Veranstaltungen