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Konzert / Jazzkonzert

Samstag, 14.04.2018 / 19:30

Karl Ratzer, Peter Herbert & eXtracello

"Ausse g´haut"

Künstler

Karl Ratzer - Gitarre, Stimme
Peter Herbert - Kontrabass

eXtracello:
Melissa Coleman - Violoncello
Margarethe Deppe - Violoncello
Edda Breit - Violoncello
Gudula Urban - Violoncello

Programm

Der charismatische Gitarrist und beseelte Sänger Karl Ratzer will es also noch einmal wissen. Nach den fabelhaften Arbeiten mit seinem internationalen Septett (Underground System), nach einer hervorragenden Einspielung mit seinem superben Trio (My Time), betritt er nun kammermusikalisches Terrain – mit hochkarätigen Saitenkollegen.

Karl Ratzer, Peter Herbert und eXtracello sind ein wunderbares Kollektiv, fernab jeglicher Klischees, die Streichern im Jazz mitunter anhaften und die gar nicht leicht loszuwerden sind. Hier steht nicht die moderne Klassik zur Diskussion, sondern die klassische Moderne aus dem Blickwinkel einer jazzaffinen Musizierhaltung, wie sie in Konzerthäusern wohl eher selten zu hören ist (aber umso mehr zu hören sein sollte!). Losgelöst vom strengen „abendländischen“ Akademismus wandeln die sechs MusikerInnen auf traumwandlerischen Pfaden in Richtung einer musikalischen Metaebene, die nichts mit angestrengtem oder gar bemühtem Formalismus zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Ausdruck einer leichtfüßigen und selbstverständlichen musikalischen Konversation und mit forschem Blick über Genre-Tellerränder hinweg!

Karl Ratzer kam 1950 in Wien zur Welt. Eine Stadt, in welcher der überstandene Krieg noch sichtbar war. Seine Familie hatte unter der Nazi-Diktatur besonders zu leiden und der Start ins Leben schien schwierig. Doch Karl Ratzer war die Musik in die Wiege gelegt. Von einem Wunderkind kann man nur deswegen nicht sprechen, da die äußeren Umstände nicht geeignet waren, ein so begabtes Kind zu fördern. Er begann schon sehr früh sich selbst das Gitarre spielen beizubringen. Schon mit 15 Jahren hatte er als Gitarrist und Sänger der Band Slaves einen Tournee-Vertrag durch die Schweiz und Deutschland in der Tasche. Es folgten die Formationen Charles Ryders Corporation, C-Department und Gipsy Love. Als er Wien 1972 verließ, um in die USA zu gehen, war er ein Rockstar, der von seinen Fans kultartige Verehrung genoss.

„eXtracello
“, das sind die Cellistinnen Edda Breit, Melissa Coleman, Margarethe Deppe und Gudula Urban. Mit ihrer Mischung aus Arrangements, Eigenkompositionen und Improvisationen erobern sie unaufhaltsam die Bühnen der etablierten Konzertpodien.  2004 beschlossen die vier Musikerinnen, das gelegentliche Zusammenspiel zu intensivieren und gründeten „eXtracello". 

Seit diesem Zeitpunkt jonglieren die vier Musikerinnen mit Möglichem und Unmöglichem auf ihrem Instrument. Sie arrangieren und komponieren, was Spaß macht und gefällt. Das ursprüngliche Originalrepertoire wurde von Beginn an mit Auftragskompositionen, überwiegend aus den Bereichen Crossover und Jazz, sowie mit Eigenkompositionen, Eigenarrangements und Improvisationen bereichert. Spielerisch kreuzen sie durch die Musikgeschichte, wobei der breite Bogen des Repertoires Werke von der Renaissance über klassische Moderne bis hin zu Jazz, Pop und Rock umspannt. Und alles trägt die unverwechselbare Handschrift des Ensembles. Von klassisch bis neutönend, kitschig bis schräg, anspruchsvoll, unterhaltsam und mit unverkennbarem Esprit – die Konzerte von „eXtracello“ bieten einem begeisterten Publikum immer wieder neue Überraschungen! Experimentierfreudig loten die vier Cellistinnen die Grenzen ihres Instrumentes aus, dem - von der zartschmelzenden Kantilene über „noises" aller Art bis hin zum groovigen Rockbass - Möglichkeiten wie kaum einem anderen Instrument offen stehen. Das Ensemble konzertiert überwiegend in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz, u. a. bei den Salzburger Festspielen, beim Schleswig-Holstein Festival, beim Festival „Imago Dei" Krems, dem „Xong"-Festival  Mals, den Salzkammergut Festwochen Gmunden, den Stadtfestwochen Hallein, den „Hofhaimer Tagen“ Radstadt, beim „Diabelli Sommer“ Mattsee, dem Internationalen Akkordeonfestival Wien, bei „Kempen Klassik",  u. a. m.  2011 debütierte das Ensemble im ausverkauften Großen Sendesaal des RadioKulturhauses Wien, 2012 ging es auf Tournee mit Österreichs größtem Konzertveranstalter, der Jeunesse Musicale.
 
Peter Herbert ist einer, der immer in Bewegung ist. Musikalisch als polyglotter Improvisator und Komponist, der sich mittlerweile in vielen Idiomen zu Hause fühlt, seien es freie Improvisation, Jazz-Standards, die Polyphonie Bachs oder die Grammatik der arabischen Maqams. Physisch insofern, als Unterwegssein für ihn seit Jahren die eigentliche Lebenskonstante darstellt. Gestern Dubai, heute Paris, morgen Montreal: In Peter Herberts Tourplan schrumpfen Kontinente zu Dörfern. Wer neun bis zehn Monate im Jahr „on the road" ist, für den relativiert sich der Begriff eines Wohnsitzes, eines Zuhause. 14 Jahre lang fand der gebürtige Bludenzer in den Tourneepausen in New York seinen Lebensmittelpunkt, seit 2003 ist Paris seine Wahl-„Heimat". In dieser Zeit mutierte er vom gefragten Sideman sukzessive zum internationalen Szene-Protagonisten, zum Knotenpunkt seines eigenen Netzwerks, an dem er als Bassist, Komponist, Labelbetreiber, Festivalorganisator und Pädagogestrickt. Peter Herbert spielt Solokonzerte, in Duos wie mit David Tronzo (Slide-Gitarre) oder Carol Robinson (Bass-Klarinette/Electronics), im Trio mit Chris Culpo (Piano)/Jean-Charles Richard (Saxophon), Huw Warren (Piano)/Martin France (Drums) oder Marcel Khalife (Oud)/Bachar Khalife (Percussion), in Quartetten, Quintetten etc. und ist auch als Orchestersolist gefragt (z. B. Wiener Symphoniker, London Symphony Orchestra etc.). In Wien ist für ihn seit 2003 das Kontrabass-Sextett „bass instinct“ zentrale künstlerische Betätigung. Als gefragter „Sideman“ spielte der Hans Koller-Preisträger 2001 („Musiker des Jahres“) in diversen Jazzformationen, wie dem Art Farmer/Clifford Jordan Quintett, Marc Copland/John Abercrombie Quartett, Bobby Previte’s „The Horse“, John Clark Octet, oder den „Mental Images“ von Robin Eubanks. Als Komponist schreibt der vielfach international ausgezeichnete Peter Herbert Arbeiten für verschiedene Orchester und Kammermusikensembles (Cascabel/NYC , Absolute Ensemble NYC , Janus ensemble/Wien, Vorarlberger Symphonieorchester, ensemble plus/Bregenz etc.), aber auch Film- und Theatermusik (Aktionstheater ensemble/Wien, K.L.A.S. Kärnten, La Voz Festival of the Americas, u.a.). Mit der Uraufführung der Oper Trans-Maghreb von Peter Herbert präsentierten die Bregenzer Festspiele 2014 einen Höhepunkt im Rahmen ihrer zeitgenössischen Reihe „Kunst aus der Zeit". Seit 2007 unterrichtet der vielseitige Künstler am JIM der Anton Bruckner Privatuni in Linz. Sowohl was sein Leben, als auch seine Musik betrifft, befindet sich Peter Herbert auf einer kontinuierlichen Reise zwischen Kulturen, Musikstilen und Schwerpunkten: über Jazz, Klassik, improvisierte und Neue Musik, klassische arabische Musik, Auftragskompositionen von  Orchester- oder Kammermusikwerken bis hin zu Avantgarde-Theater und Multimediakompositionen. Solange das Betätigungsfeld „unkommerzieller“ Natur ist, ist es Peter Herbert wert, bearbeitet zu werden. Sein mittlerweile kaum zu überschauendes Betätigungsfeld hat er auf mehr als 120 CDs sowie auf zwei Filmen – Peter Herbert – a Portrait in Music und Peter Herbert – a Portrait in Motion von Gerhard Klocker – gebannt, die teilweise auf seinem 1999 gegründeten Internetplattenlabel „Aziza Music“ erschienen sind. Lässt man Peter Herberts bisherige musikalische und künstlerische Reise Revue passieren, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er noch lange nicht am Ziel ist.

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