| Rückblick und Geschichte der Festwochen Gmunden: | |
Rückblick und Geschichte der Salzkammergut Festwochen Gmunden Gmunden am Traunsee mit seinem nahezu mediterranen Charakter als ein landschaftliches Juwel des Salzkammergutes ist ein ideales Umfeld für ein Kunstfestival. Interessante Spielstätten bietet Gmunden und seine Umgebung: Das Stadttheater, das Land- und Seeschloss Ort, die Villa Toscana und das Kongresshaus, die Hipphalle, die Villa Lanna in Gmunden, die Pfarrkirche in Altmünster, der Klostersaal und die Pfarrkirche in Traunkirchen, Schloss Eggenberg in Vorchdorf, Schloss Oberweis, die Villa Maleta in Oberweis sind neben verschiedenen anderen Möglichkeiten beglückende Aufführungsstätten für Akteure und Publikum. 1872 errichtete der aus Salzburg kommende Josef M. Kotzky auf eigene Kosten das Stadttheater. Die Eröffnungsvorstellung fand am 22.6.1872 mit der Operette „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé und der Posse „Umsonst oder Der Herr Vetter aus Regensburg“ von Johann Nestroy statt. Das damalige Saisontheater entsprach im Wesentlichen dem, was heute Festspiele oder Festival genannt wird. Die Idee der Gmundner Festspiele wurde im Jahr 1987 von den Opernsängern Johannes Jokel und Alfred Werner wieder aktiviert, und das Festival am 18.7.1987 mit einer Operngala eröffnet. Das Konzept von Jokel und Werner umfasste bereits das Ziel eines Mehrsparten-Festivals mit klassischer Musik, Theater, bildender Kunst, Film und Jazz. In den folgenden Jahren gab es mehrere Eigenproduktionen, einen Schnitzler-Zyklus und eine Reihe von Orchester- und Kammermusikabenden auf beachtlichem Niveau. 1993 wurde zur Fortführung der Festspielidee der „Gmundner Festspielverein“ gegründet, dessen erster Präsident Dr. Bernhard Wolfram war. Er übernahm zusammen mit Dr. Elke Schuster die Geschäftsführung; mit der künstlerischen Leitung war Prof. Wilfried Tachezi aus Salzburg betraut. Als Veranstalter fungiert seither die „Veranstaltungs- und Festspielges.m.b.H.“, deren Hauptgesellschafter der „Gmundner Festspielverein“ ist. Diesem obliegt die Bestellung der Geschäftsleitung und Intendanz, sowie die Entscheidung über das jeweilige Jahresbudget und das Veranstaltungsprogramm. Der Nachfolger von Dr. Wolfram war Dr. Harald Diemer. 1997 übernimmt Jutta Skokan die Geschäftsführung und ab dem Jahr 1999 auch die künstlerische Leitung. Unter ihrer fachkundigen und kreativen Intendanz (mit den Kuratoren Martin Haselböck, Christian Meyer, Franz Schuh, Peter Baumann und Martin Reiter) wird vor allem die Idee des Mehrsparten-Festivals und der Ausdehnung der „Festwochen Gmunden“ auf die Ferienregion Salzkammergut weiter gepflegt und umgesetzt. Altmünster, Traunkirchen, Ebensee, Bad Ischl, Ohlsdorf, Steyrermühl, Lindach werden als neue Aufführungsorte miteinbezogen. Die Entwicklung zum Salzkammergut-Festival zeigt das Interesse der ständig neu hinzukommenden Kooperationspartner. Von 1998 bis 2007 hat sich Gerda Eder als Präsidentin der Gmundner Festwochen mit größtem Engagement für diese bedeutende kulturelle Institution eingesetzt. Ihr Nachfolger Martin Aistleitner setzt bis heute diese Linie fort. In den Jahren 1999 bis 2001 wird mit Arnold Schönberg ein neuer musikalischer Programmschwerpunkt gepflegt. Ab 1999 sind Theateraufführungen und Lesungen dem 1989 verstorbenen heimischen Literaten Thomas Bernhard gewidmet und als neuer wichtiger Schwerpunkt klar zu erkennen. 2001 kommt es zur Erstaufführung der Lampersberg-Oper Die Rosen der Einöde mit Texten von Thomas Bernhard. Diese Programmlinie wird 2002 mit der Erstaufführung Köpfe, ebenfalls von Gerhard Lampersberg und Texten von Thomas Bernhard, fortgesetzt. Eigenproduktion 2003: Servus und es ist alles egal, Komödie und Tragödie der Autobiographie von Thomas Bernhard. Tanz - Uraufführung 2004: Extremotions – Love Hurts und Eigenproduktion Ich und Kaminski von Daniel Kehlmann. Mit mehr als 75 Programmpunkten an 20 verschiedenen Orten, 25 Vernetzungen mit Kulturveranstaltern aus dem ganzen Salzkammergut, Auftritten national und international bekannter Künstler, haben es die Salzkammergut Festwochen Gmunden 2005 erreicht, sich zu einem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kulturereignis zu entwickeln. Die spektakuläre Schwerpunktreihe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die weltweit wichtigsten Repräsentanten der Minimal Music dem Publikum vorzustellen, hat Philip Glass, Michael Nyman, Steve Reich und Terry Riley nach Gmunden gebracht. 2006 wird Wolfgang Amadeus Mozart durch spezielle Schwerpunktveranstaltungen gewürdigt. Im Kreis der Jubilare Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Arthur Schnitzler, Bertolt Brecht, Samuel Beckett, Dimitri Schostakowitsch und Werner Pirchner steht auch wieder Thomas Bernhard im Zentrum. Klassische Werke, z. B. von Johann Sebastian Bach, Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Franz Liszt stehen der Moderne gegenüber, die u. a. von Astor Piazzolla, Kurt Schwertsik und Friedrich Cerha vertreten wird. Die Minimal Music-Reihe der Festwochen wird vom deutsch-amerikanischen Komponisten und Sänger Theo Bleckmann in Richtung Klangskulptur konsequent weiterentwickelt. In der Festivalsaison 2007 präsentieren die Gmundner Festwochen Neues. So soll ab diesem Jahr jeden Sommer einem Künstler in Form eines vielfältigen Veranstaltungsschwerpunktes ein mehrtägiges Fest innerhalb des Festivals bereitet werden. Das erste Fest dieser Art feiert Gmunden für Peter Handke. Freunde und Wegbegleiter, Verehrer und Kritiker, Theater- und Filmleute, Journalisten und Germanisten stellen Aspekte von Handkes Arbeit an vier aufeinander folgenden Tagen vor und bringen sie einem interessierten Publikum nahe. Im Rahmen der Schwerpunktreihe, die dem großen österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard gewidmet ist, stellt die szenische Aufführung Holzfällen ein besonderes Glanzlicht dar. Im musikalischen Programm erfahren besonders Franz Schubert, Johannes Brahms, Arnold Schönberg wie auch Erich Wolfgang Korngold Berücksichtigung - Komponisten, die ihren Bezug zum Salzkammergut in ihr Schaffen verwoben haben. Opern im Schrammelkleid, Wienerlieder, Schriftsteller wie Herzmanovsky Orlando und Schnitzler sind im neuen Programmschwerpunkt Wien gefühlsecht hautnah zu erleben. Eine neue Vortrags- und Diskussionsreihe Fröhliche Wissenschaft und die junge Reihe Nachtschiff, die allen Kunst und Kultur als spannendes, bisweilen schräges Programm in den Nischen der Nacht bietet, vermitteln dem Festival frische Impulse. 2008 präsentiert sich das Fest für Christoph Ransmayr genauso vielschichtig wie das Programm des gesamten Kultursommers der Gmundner Festwochen. Unter dem Thema „Spielformen des Erzählens“ bieten die Festwochen in Lesungen, Filmpräsentationen, Ausstellungen, Gesprächen und Konzerten ganz besondere Einblicke in das Leben und Schaffen des großen Schriftstellers. Das Thomas Bernhard gewidmete literarische Konzert des Orquestra Metropolitana de Lisboa unter der Leitung von Michael Zilm, die szenische Aufführung von Der Schein trügt, u.v.a. tragen dafür Sorge, dass dieser Fixpunkt im Festival bestens verankert ist. Die Uraufführung der Oper Die Sennenpuppe von Ernst Ludwig Leitner und Alois Schöpf bildet ein weiteres Glanzlicht des Kulturfestivals. Weitere musikalische Höhepunkte: die Mozartoper Don Giovanni unter der Leitung von Martin Sieghart, Orchesterkonzerte des Brucknerorchesters unter der Leitung von Dennis Russell Davies, Uraufführungen von Max Nagl und Martin Reiter. 2009 bietet das abwechslungsreiche Programm der Salzkammergut Festwochen Gmunden unter der Intendanz von Jutta Skokan in den Sommermonaten Juli und August hochkarätige Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Literatur, Musik, Film und Bildender Kunst. Akteure sind u.a. Sven Eric Bechtolf, Hermann Beil, Otto Brusatti, Marie Colbin, Michael Dangl, Musicbanda Franui, Karl Heinz Hackl, Philipp Hochmair, Christoph Janacs, Robert Meyer, Dennis Russell Davies, Maki Namekawa, Chris Pichler, Peter Rosei, August Schmölzer, Martin Schwab, Ulla Unseld-Berkévicz, Paul Wolff- Plottegg.
2010 Die Festwochen präsentieren vom 18. Juli bis 21. August 2010 österreichische und internationale Künstler und Geistesgrößen von Rang und Namen, wie Al Di Meola, Gianmaria Testa, Dennis Russell Davies und Maki Namekawa, die Tschechischen Kammersolisten, das Minetti Quartett, Anton Zeilinger, Franz Schuh, Ilija Trojanow, Chris Pichler, Joachim Bißmeier, Martin Schwab, und viele andere. An den Erfolg der Vorjahre anknüpfend, feiern in diesem Jahr die Salzkammergut Festwochen vom 29. Juli bis 1. August die herausragende österreichische Künstlerpersönlichkeit Ernst Jandl anlässlich des 85. Geburtstages bzw. 10. Todestages. Präsentiert werden bei jazz me if you can: u. a. eine Lesung mit Friederike Mayröcker, musikalisch-literarische Performances mit Wolfram Berger, Wolfgang Puschnig und Jon Sass, Dieter Glawischnig und Dietmar Mues, ein Theaterkonzert mit Christian Muthspiel, Filme, Hörspiele, Impulse und Diskussionen mit Wegbegleitern und Germanisten, wie Bodo Hell, Julian Schutting, Luigi Reitani, Frieder von Ammon, Klaus Siblewski, Bernhard Fetz, Emmy Werner, Bertl Mütter, u. a. Die Festwochen Gmunden bieten ihrem Publikum ein opulentes Programm musikalischer Finesse und literarischer Brillanz von Klassik und Romantik über Moderne bis zur Gegenwartskunst.
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